Wenn die Pause zu lange währt, …

Donnerstag, 12. November 2015 15:02

… ist es nicht gut und Zeit ehrlich mit sich zu sein. Seit über einem Jahr habe ich hier nicht mehr geschrieben, obwohl in diesem Jahr viel im Zuge meines Starts in Hamburg passiert ist und zu berichten gegeben hätte (u.a. seit Oktober 2014 der Aufbau des Schwerpunkts “Digitalisierung von Lehren und Lernen” (DLL) im nunmehr Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL), der Start der Hamburg Open Online University an der Universität Hamburg (HOOU@UHH) sowie die wiss. Leitung der (erfolgreichen) Antragstellung zum Qualitätspakt Lehre zum Universitätskolleg (UK) für die Universität Hamburg – um nur die größten Projekte zu benennen.

Offenbar passt das regelmäßige Bloggen derzeit für mich nicht. Und das ist ein Grund an dieser Stelle einen Schlussstrich unter meinen privaten M:blog zu ziehen anstelle diesen so wie bisher stehen zu lassen. Noch schaue ich noch nach möglichen Alternativen – bis dahin bleibe ich weiterhin beim Microblogging auf Twitter aktiv - das passt derzeit offenbar ;-)

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Tschüss Augsburg!

Mittwoch, 1. Oktober 2014 4:02

Das Sommersemester geht zu Ende, die Abschiedsbrotzeit ist verzehrt und die Möbel sind eingepackt und unterwegs gen Hamburg.

Nun heißt es nach drei Jahren Abschied zu nehmen von der Universität Augsburg und „meiner“ Professur für Mediendidaktik. Besonders war diese Stelle für mich, weil es die erste volle Professur war und ich somit „das volle Programm“ in Forschung, Lehre, Gremientätigkeit und Universitätsalltag erfahren durfte. Doch besonders gefreut hat es mich, dass ich so positive Erfahrungen mit meinem (ersten) Team machen durfte: Trotz erhöhter Lehrdeputate und eigenen Qualifizierungsprojekten ist es uns gelungen, in den letzten Jahren einige Projekte (u.a. „UniPAd“, „PaLerMe“, „Daimler“ und „KJF“) gemeinsam und zumeist „nebenher” zu realisieren. Dabei blieb auch das soziale Miteinander nicht auf der Strecke und so manche herausfordernde Situation in Projekten, Lehre oder Universitätsalltag konnte gemeinsam bearbeitet werden. Ich habe in den letzten Jahre fachlich und politisch viel mitgenommen – besonders habe ich aber gelernt, dass eine Arbeitseinheit immer nur so gut ist, wie die Personen darin!

In diesem Sinne: Herzlichen Dank an euch für die schöne und produktive gemeinsame Zeit!

Team_Mediendidaktik_2011-14

Augsburger Mediendidaktik 2011-2014: v.l. Franziska Linke, Dr. Frederic Adler, Isabell Mühlich, Kathrin Galley, Dr. Hannah Dürnberger, Patrick Bettinger & Nicole Strauß sowie Prof. Dr. Kerstin Mayrberger

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Blog-Ambivalenz?

Donnerstag, 20. März 2014 10:04

Es ist hier zwar ruhig geworden …

doch umso betriebsamer war in den letzten Monaten der Alltag rund um Forschung, Lehre, Tagungen, Publikationen, Netzwerken, Vorträgen, Nachwuchsbetreuung, Verwaltung, Politik … und ‘das Leben’.

Insofern greift in diesem Blog schlicht die widersprüchliche Logik: Je mehr passiert und je mehr berichtet und erörtert werden könnte, desto weniger Zeit bleibt dafür.

Letztlich ist das natürlich eine Frage der Prioritätensetzung - auch in ‘vollen’ Zeiten. Doch da Entscheidungsoptionen wie „Blogbeitrag schreiben“ oder „Lehre vorbereiten“ oder „überfällige Abschlussarbeitskorrektur vornehmen“ oder „Treffen mit Mitarbeiter/innen und Kolleg/innen“ oder „einfach mal etwas Privates machen“ bei mir regelmäßig dazu führen, dass der Blogbeitrag nicht auf die vorderen Ränge kommt oder kommen kann, ich aber auch nicht voll auf das Bloggen verzichten möchte (weshalb dieser Blog auch nicht eingestellt wird), muss sich eben das Tool den Prioritäten anpassen. Und so überbrücke ich die Zeiträume zwischen den Langbeiträgen hier mit Microblogbeiträgen zu aktuellen Vorhaben, Fundstücken oder Erwähnenswertem (aktuell) via Twitter, Facebook oder (seltener) google+. Aus diesem Grund wird der M-Blog weiterhin unregelmäßig genutzt werden – sicherlich wird auch mal die Zeit kommen, wenn ich die Prioritäten wieder verschieben kann und möchte und ich hier im M-Blog wieder häufiger und ausführlicher über aktuelle Themen und Aktivitäten rund um Medien, Mediendidaktik, Medienbildung etc. berichten und reflektieren kann.
Im letzten Semester hätte ich gerne an dieser Stelle u.a. ausführlicher Reflexionen zur Bedeutung von mobilen Endgeräten für das Lernen angestellt, die Rolle von traditionellen Überlegungen zur Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften und Mediendidaktik im Kontext der nun auch (endlich) in Deutschland geführten Debatte um Open Education erörtern wollen oder über den Fortgang der Projekte „PaLerMe“ und „UniPAd“ an der Professur für Mediendidaktik sowie den aktuellen Vorhaben und Ergebnissen berichten wollen. Ebenso gibt es immer etwas aus der und über die Lehre zu berichten und auch meine Zeit als Prüfungsausschussvorsitz hält so einige Lernstücke gen Studiengangsentwicklung bereit, die es zu erörtern gäbe. Nicht zuletzt waren die letzten Monate noch von Prozessen der Institutsentwicklung begleitet, die ich als Direktorin des ehemaligen imb und heutigen imwk (mit)gestalte und verantworte. Mit einem wunderbaren Fest zur Institutseröffnung ist dieser Prozess seit Ende November 2013 nun formal abgeschlossen und der Alltag hat Einzug gehalten.
Bisweilen ereilen einen auch Erfahrungen, die man nicht ignorieren kann und darf. Sie sollten als Lernanlässe genommen werden (wie mir jemand so schön sagte) um Bisheriges anzuschauen, zu hinterfragen und wo notwendig auch neu zu justieren.
In diesem Sinne freue ich mich auf die kommenden Monate. Ich werde den einen oder anderen Faden des letzten Semesters aufgreifen (Partizipation; Lehre mit und über Lernen mit mobilen Endgeräten, …), aber auch (eingeschränkt) fallen lassen können (Verwaltung, Gremien, Vortragstätigkeiten, …). Ebenso werden für mich spannende Aktivitäten hinzukommen (Buch schreiben beginnen) und sich in diesem Sinne die Prioritäten wieder neu formieren.

Und insofern: Es ist hier zwar ruhiger geworden …. doch vielleicht ändert sich das schon im kommenden Semester. Und wenn nicht … dann ist es eben nicht der passende Kommunikationskanal für den Moment. Soviel zu meiner Blog-Ambivalenz!

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Zwischen Theorie, Empirie, Entwicklung und Anwendung – Rückblick auf die GMW 2013

Dienstag, 10. September 2013 10:44

Die diesjährige GMW 2013 in Frankfurt war für mich in gewisser Weise eine besondere Tagung, denn ich war das erste Mal mit dem Team der „Augsburger Mediendidaktik” dabei. Wir haben mit einem Vortrag zum Projekt UniPAd (PDF) und einem Vortrag zur partizipativen Mediendidaktik (PDF) sozusagen den Einstand für die Aktivitäten der Professur für Mediendidaktik in die GMW-Community gegeben. Zudem fand ich es wichtig, dass alle Nachwuchswissenschaftler/-innen an der Professur die GMW frühzeitig kennen lernen, um einen Eindruck einer wichtigen Bezugs-Community mit ihren Themen und Personen zu erhalten.

Bei der gemeinsamen Nachlese kam vor allem die auffällig unterschiedliche Ausrichtung der Beiträge in Bezug auf Theorie und Praxis zum Ausdruck – gerade im Vergleich zu Tagungen anderen Fachcommunities, wie bspw. der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Dabei wurde das sowohl positiv wie eher negativ wahrgenommen.

Dass diese Diskrepanz wieder so deutlich auffiel, finde ich interessant. Denn schon 2012 wurde im Rahmen einer Klausurtagung des GMW-Vorstands lange an diesem Merkmal der GMW diskutiert und erörtert, inwiefern darin nicht eine Diskrepanz sondern ein spezifischer Mehrwert gerade dieser Fachgesellschaft läge. Das Ergebnis hatte dann auch Eingang in das aktualisierte Strategiepapier für die GMW 2012.

Doch scheinen hier die Wahrnehmungen vielleicht nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch in der ganzen Community durchaus unterschiedlich zu sein. Wie also mit dem “Spektrum zwischen Handlungs- und Forschungsorientierung” in den kommenden Jahren konstruktiv umzugehen sein wird – auch das ist eine Herausforderung zwischen Vision und Alltag.

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MuK goes MOOC

Donnerstag, 2. Mai 2013 6:08

… oder „wenn, dann richtig.“

Seit 2011 gebe ich in jedem Wintersemester eine (verpflichtende) einführende Vorlesung in die Mediendidaktik und Medienpädagogik für Bachelorstudierende im BA MuK, BA Sozialwissenschaft und BA Erziehungswissenschaft mit Wahlpflicht Medienpädagogik. Nach zwei Durchläufen im eher „klassischen“ Vorlesungsmodus habe ich nun ein recht gutes Bild der doch heterogenen Studierendengruppe und ihren Erwartungen erhalten (sehr grob zusammengefasst: Theorieaffinität: eher gering; Praxisbezug: in vielfältiger Weise erwünscht; Mediennutzungserfahrung: eher gering; E-Learning: kaum Kenntnisse; Vorstellung der späteren Tätigkeit: noch unspezifisch; Interesse an Medienpädagogik/Mediendidaktik: bei Einzelnen vorhanden).

Deshalb hatte ich mir schon nach dem letzten Semester vorgenommen, für das kommende Wintersemester das Vorlesungsszenario ganz neu anzugehen und hierfür an meine früheren Erfahrungen mit einer Blended Learning-Vorlesung zur schulischen Medienpädagogik an der Uni Mainz anzuknüpfen. Es sollte eine Veranstaltung werden, die einerseits die Studierenden in die Lage versetzt, das Themenfeld der Medienpädagogik und Mediendidaktik zu überblicken, zu verstehen, was medienpädagogische Praxis in unterschiedlichen Feldern ausmacht und theoretisch wie konzeptionell medienpädagogisches Handeln beschreiben und analysieren zu können. Da die Integration von Medien in der pädagogischen Praxis auch immer eine Frage der Haltung und Einstellung ist, war es mir wichtig, die Studierende durch reflexive und diskursive Elemente mit Unterstützung von Fachtexten, Studien und Praxisbeispielen zu befähigen, zu einer fundierten Position zu gelangen. Dieses wollte ich in einem Blended Learning-Szenario umsetzen, damit die Studierenden schon in ihrem ersten Semester quasi beiläufig „E-Learning“ erleben können und in dieser Hinsicht medienbezogenen Kompetenzen erwerben können.

Mitte März wurden dann 10 Mooc Production Fellowships von iversity und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft für die Konzeption und Durchführung von Massive Open Online Courses (MOOC) ausgeschrieben. Nach anfänglicher Skepsis, inwiefern es sich lohnt, dem Trend der MOOCs zu folgen und dem nicht unbeträchtlichen Aufwand in der Vorbereitung und Durchführung auch auf mich zu nehmen, habe ich mich mit meinem Team beraten und wir haben entschieden: Nach dem Motto „… wenn, dann richtig“ groß („Massiv“). Wir haben die schon bestehenden Ideen weiterentwickelt und eine offene („Open“), und interaktionsfördernde E-Learning-Veranstaltung („Online Course“) für eine Zahl X konzipiert, die eine breite Zielgruppe von Studierenden unterschiedlicher Bachelorstudiengänge inklusive aller Lehrämter sowie schon im Beruf stehende Fachkräfte anspricht und damit zu einer „Grundbildung Medien“ für diverse (medien-)pädagogische Berufsfelder beiträgt.

Deshalb bewirbt sich nun auch das Team der Professur für Mediendidaktik um einen Fellowship. Mit dem Preisgeld werden wir u.a. eine angemessene Betreuung der Teilnehmenden gewährleistet und die Produktion von offenen Lernmaterialien in Form von Open Educational Resources (OER) zur Gestaltung von (weiterer) Open Educational Practice (OEP) finanziert.

Nun hoffen wir natürlich, dass unser Konzept überzeugt und freuen uns über viele Stimmen für unseren MOOC hier!

[Nachtrag, 10.06.2013: Die 10 Gewinner aus über 250 Einreichungen stehen nun fest. Unser MOOC-Konzept ist zwar nicht dabei, doch ich werde ab dem kommenden Wintersemester dennoch die Veranstaltung "Einführung in die Medienpädagogik/Mediendidaktik" weiterentwickeln und neu organisieren sowie einige der Ideen zu realisieren.]

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Partizipation im Studium

Dienstag, 23. April 2013 15:46

Aktuell beschäftige ich mich in verschiedenen Zusammenhängen mit dem pädagogischen Ideal der „Partizipation“ im Bildungskontext. Dabei versuche ich in den ganzen Phänomenen, die mir zwischenzeitlich begegnen nach Erklärungen zu suchen, unter welchen Bedingungen Partizipation im Lehr- und Lernprozess in welcher Weise funktionieren kann.

So bin ich aktuell dabei, rein konzeptionell die Idee einer partizipativen Mediendidaktik „nebenher“ auszuarbeiten.

Daführ lohnt sich flankierend immer auch ein Blick in die Praxis (an der Hochschule). So bin ich beispielsweise ganz gespannt, was nun die finalen Auswertungen der Masterstudierenden aus dem Lehrforschungsprojekt im vergangenen Semester zum Oberthema „Partizipation bzw. partizipatives Lernen mit digitalen Medien (im Studium und in der Freizeit)“ in ihren Gruppenprojekten ergeben werden - die Abschlusspräsentationen waren in dieser Hinsicht durchaus aufschlussreich. Denn auch hier deutete sich an, dass die Erwartungen an Partizipation stellenweise überzogen sind - selbst in solchen studentischen Gruppen, in denen man diese verstärkt vermuten würde.

Ähnliches haben Sandra Hofhues und ich auch hinsichtlich des Projekts „w.e.b.Square“ festgestellt. Das Projekt existiert nunmehr seit sieben Jahren und hat verschiedene mehr oder weniger partizipative Phasen durchlaufen. Aktuell bietet es aus konzeptioneller Sicht optimale Rahmenbedingungen für eine tatsächliche Partizipation von Studierenden bis hin zur Selbstorganisation. Doch das scheint offensichtlich nicht zu genügen. Sandra Hofhues hat schon hier auf unsere Reflexion dieser Situation im Rahmen der letzten Tagung der Sektion Medienpädagogik, die MWB 2013: Medien – Wissen – Bildung: Freie Bildungsmedien und Digitale Archive (11./12. April 2013 in Innsbruck) verwiesen. Die Folien trage ich hier gerne nach:

Bildungsmedien zwischen Sozialisation, Partizipation und Öffentlichkeit from Kerstin Mayrberger

[Link zum Einspieler im Vortrag: Was ist w.e.b.Square?]

Für die Publikation werden wir nun noch versuchen weiteren Fragen nachzugehen: Welche Anreize braucht Partizipation in diesem Kontext? Gibt es eine Art Lifecycle derartiger Projekte? Oder hängt es schlicht mit einer Generationsfrage zusammen? Möglicherweise können uns auch die aktuell am Projekt beteiligten darauf eine Antwort geben.

Zumindest bietet dieses Projekt einen guten Rahmen, um konzeptionelle Überlegungen zum partizipativen Lernen im Hochschulkontext zu hinterfragen und auch um auf dem Boden der partizipativen Tatsachen zu bleiben ;-)

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… mit etwas Abstand betrachtet.

Montag, 18. März 2013 19:18

Im Zuge der diesjährigen dghd-Jahrestagung 2013 “Professionalisierung der Hochschuldidaktik” habe ich mich (erneut) mit dem Verhältnis von E-Learning und Hochschuldidaktik beschäftigt. Dieses war und ist meines Erachtens besonders aus zwei Gründen wichtig: „eLearning“, wie es die letzten 10 Jahre diskutiert und konzeptionell besetzt war, geht zunehmend in der Hochschuldidaktik oder im weiteren Feld des Lehren und Lernens an der Hochschule auf, worunter oder worin heute selbstverständlicher digitale Medien aufgehen. Doch - und das ist aus einer weiten medienpädagogischen Sicht der Hauptgrund - schließen allgmeine hochschuldidaktische Kompetenzen nicht zugleich auch spezifische medienbezogene Komptenzen mit ein. Dieses gehen mitnichten auch automatisch in einer hochschuldidaktischen Komptenz auf. Durchaus kann man die Beschäftigung mit Medien in der Lehre als Querschnittsaufgabe betrachten, wenn es um Planung, Leitung oder Methoden sowie das Thema Qualität geht. Doch nimmt das meiner Ansicht nach Medien nicht vollends in den Blick - heute sind Medien mehr als Werkzeuge, um Unterricht oder die Studienorganisation zu optimieren.

Die Rollen von Medien gehört umfassender thematisiert und reflektiert bevor man sie als Hochschullehrende/r einsetzt. So geht beispielsweise mit der Einbindung von Angeboten des Social Webs auch immer die Frage einher, was das offene Netz mit den Lehrenden und Lernenen macht. Die Lernenden werden mehr oder weniger selbstbestimmt Teil des Netzes und damit Teil der Netzkultur, wenn sie z.B. Beiträge im Netz im Seminarwiki verfassen und damit mehr oder weniger anonyme Spuren hinterlassen. Durch das Agieren und Reagieren im Netz werden die Lernenden (hoffentlich) von den Lehrenden und/oder Peers dazu angehalten sich als Teil der mediatisierten Welt wahrzunehmen und die eigene Position darin (kritisch) zu reflektieren - also verkürzt gesagt: angehalten einen Bildungsprozess mit und durch Medien zu erfahren.

Diese Sicht ist nicht neu, aber m. E. wird sie noch zu wenig betont, weshalb ich anknüpfend an meine Überlegungen von 2008 zu einer medienpädagogischen Kompetenz von Hochschullehrenden in der Zeitschrift für E-Learning dazu einen aktualisierten Beitrag auf der diesjährigen dghd-Tagung beigesteuert habe, den ich hier gerne zur Verfügung stelle:

Medienbezogene Professionalität von Hochschullehrenden fördern können from Kerstin Mayrberger

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Eindrücke von der didacta 2013

Sonntag, 24. Februar 2013 15:06

Die diesjährige didacta (in Köln) bot wieder einmal eine guten Über- und Einblick besonders zu digitalen und analogen Bildungsmedien für den didaktischen und pädagogischen Einsatz in Kindergarten, Schule und Weiterbildung. Mich hat mit Blick auf meine eigenen Arbeitsschwerpunkte natürlich besonders interessiert, welche Tablets unterschiedlicher Anbieter zur Zeit auf dem Markt sind, was an Cloud-Lösungen angeboten wird und wie der Stand in der Entwicklung bei digitalen Lehr- und Lernmaterialien ist. Dabei zeigten die Gespräche bei den drei großen Schulbuchverlagen eindrücklich, dass man sich nun auf den Weg gemacht hat - aber doch jeder in seinem Tempo. Gerade das Gespräch mit einer kompetenten Vertreterin beim K****-Verlag war sehr informativ und zeigte, dass die digitalen Versionen bei paralleler Marktforschung stetig weiterentwicklet werden (sollen), indem die digitalen Versionen der Bücher aktuell kostenfrei zur Erprobung frei gegeben sind. Von einer abwartenden Haltung - wie noch im letzten Jahr - war hier nichts zu spüren; auch die “Nur-PDF-Variante” wird nicht als akzeptable Lösung gesehen, wie es noch bei anderen der Fall zu sein scheint. Darüber hinaus finde ich es immer spannend, die Angebote zur physischen Ausstattung von Lernräumen anzuschauen - innovative Sitzmöbel, Tische und für die jüngeren Bewegungsmöbel - auch das macht eine anregungsreiche und flexible Lernumgebung aus (so man die finanziellen Mittel und die entsprechenden Quadratmeter zur Verfügung hat), die meiner Ansicht nach völlig unterschätzt wird. Ein schönes nicht digitales Fundstück habe ich am Stand der Firma Lego in der Reihe Legoeducation entdeckt das Produkt LEGO® Education BuildToExpress entdeckt. Neben den schon bekannten Möglichkeiten aus Legosteinen Roboter zu bauen und zu programmieren, gibt es nun auch diese “Kreativboxen” mit einer “wilden Mischung” an Legoteilen zur Unterstützung der Artikulationsfähigkeit (für alle die, die nicht so gerne Zeichnen), um beispielsweise nachzubauen, welches Gefühl nach dem Lesen eines bestimmten Textes vorherrscht und später mit Blick auf die Konstruktionen aller darüber zu sprechen. Als “altes Legokind” war ich hier sofort von dieser Alternative der Visualisierung begeistert und habe mir die eine oder andere Idee schon gemerkt, um im nächsten Semester meinen Studierenden den Konstruktivismus handlungsorientierter nahe zu bringen ;-) Es war jedenfalls sehr anregungsreich wie alle Besucher an den Ständen entlang zu schlendern und Altes wie Neues zu entdecken.

Am Mittwoch war ich sozusagen ganz offiziell unterwegs und im Rahmen des Hochschultags zum Thema wissenschaftliches Fehlverhalten in Schule und Hochschule auf dem Podium zum Thema “Abschreiben unerwünscht!” vertreten. Nachdem sich alle Beteiligten relativ schnell darüber einig waren, dass Software zur Plagiatserkennung a) nicht alle Formen der Plagiate erkennen können und b) somit in keinster Weise hinreichend sind, wurde ausgiebig über die Notwendigkeit von Informations- und Medienkompetenz, später dann über eine medienpädagogische Grundbildung für Lernende wie Lehrende gesprochen und schließlich innovative Formen des Lehren und Lernens mit digitalen Medien mit dem Publikum erörtert, die ein plagiieren (weitestgehend) ausschließen können.

Insgesamt war es ein sehr anregender Besuch und zugleich auch ein wenig ernüchternd - alles geht dann doch seinen relativ gemächlichen Gang: Die Interaktiven Whiteboards wurden in einer auffällig enormen Dichte zu Präsentationszwecken genutzt (wozu sie sich ja auch besonders eignen), nach wie vor wurde der Duden als Buch zum Messerabatt sehr nachgefragt (obwohl die App besser ist, wie ich persönlich finde) und digitale wie analoge Medien haben ihren Platz in den  Bildungseinrichtungen der unterschiedlichen Alltagsstufen – und das ist auch gut so ;-). Denn ein weiterer Eindruck, der für mich geblieben ist, ist der von zahlreichen Lehrer-/innen und Pädagog/-innen, die auf der Messe unterwegs waren, um für “ihre Kinder” neueste Schulbücher, Handreichungen, Hocker oder auch Bastelmaterial günstig zu erwerben, in ihren praktischen Koffern zu sammeln und nach Hause zu bringen – bleibt die Hoffnung, dass diese Dinge ihren Platz in einem innovativen pädagogischen und didaktischem Setting finden … in dem digitale Medien eine sinnvolle Erweiterung darstellen können ;-)

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Tablets im Studium - Lernen mit mobilen Endgeräten?

Mittwoch, 13. Februar 2013 16:42

Ein stetiger (Forschungs-)Begleiter an der Professur für Mediendidaktik ist das Projekt „UniPAd“ geworden. Mittlerweile läuft es ein Jahr und entwickelt sich zu einer kleineren Langzeitstudie – so die aktuellen Teilnehmenden bis zum Ende ihres Studiums dabei bleiben können und wollen. Ein kurzer Bericht (PDF) dazu ist kürzlich im Hamburger E-Learning-Magazin zusammen mit anderen Beiträgen, die einen guten Einblick in aktuelle Ideen und Projekte zur Integration mobiler Endgeräte in Hochschule geben, erschienen.

Basierend auf den ersten Nutzungsergebnissen aus der Pilotphase im SoSe 2012 haben wir für das gerade auslaufende WiSe 12/13 eine standardisierte schrifliche Grundbefragung zum Nutzungsverhalten entwickelt und vor Weihnachten mit den gut 40 Teilnehmenden in den beiden Studiengängen BA und MA Medien und Kommunikation durchgeführt. Ziel soll es sein, diese semesterweise durchzuführen und in Teilen weiter zu entwickeln. Ergänzt wird diese Umfrage (weiterhin) durch Erhebungsmethoden, die der Exploration einzelner Phänomene dienen sollen und die uns einen Zugang zur persönlichen Lernumgebung von Studierenden mit mobilen Endgeräten ermöglichen sollen. Zudem wollen wir auf diese Weise weiterer Felder identifzieren, die es sich zu erfragen und zu erforschen lohnt.

Zur Zeit sind wir dabei, den Projektstand und unsere Forschungsinteressen zusammenzuführen und zu konsolidieren. Dieses ist deshalb wichtig, weil die bisherigen Daten stellenweise durchaus ernüchternd sind, was die Gestalt und Nutzung der Persönlichen Lernumgebung angeht. (Nicht nur) Mit Blick auf die diesjährige GMW 2013, die passenderweise nach nach dem Stand der Dinge von E-Learning zwischen Vision und Alltag fragt, entwickeln wir zur Zeit unsere Fragestellung und auch das methodische Vorgehen weiter um diese Ernüchterung zu spezifizieren. Uns interessieren deshalb weitergehende Fragen wie die Folgenden:

  • Wie lassen sich Intentionen, Begründungen und Reflexion über (häufig beiläufige) Prozesse eines selbstgesteuerten Lernens und potenziell selbstorganisierten Wissenserwerbs erfassen?
  • Inwiefern ist die Persönliche Lernumgebung (PLE) an eigene Gestaltungsvorstellungen ausgerichtet, die möglicherweise als subjektive Didaktik bezeichnet werden könnten?
  • Und welche Rolle spielen für die Gestaltung und die Prozesse in der PLE das persönliche Interesse, die Interaktion und der Austausch mit Peers, der Kontext  und besonders die verwendeten (mobilen) Medien mit der passenden (Social) Software?

Gerahmt werden unsere Forschungsperspektiven nach wie vor von einer übergeordenten Idee der zunehmenden Entgrenzung von formalen Lernprozessen und welche Bedeutung diese für die Gestaltung von Lehren und Lernen mit digitalen Medien spielen (werden).

Wir hoffen, dass wir im Laufe des Jahres auf diese Fragen erste Antworten liefern können und schauen bis dahin auch interessiert auf die Erfahrungen in anderen Projekten.

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Partizipative Mediendidaktik

Mittwoch, 28. November 2012 5:09

Gestern hatte ich die Gelegenheit mit einem Beitrag im Rahmen der  Ringvorlesung Medien & Bildung 2012/13: »Medienbildung zwischen Utopie und Praxis« an der Universität Hamburg vertreten zu sein. Für mich war  dieser Termin besonders bedeutsam, weil er mich im positiven Sinne dazu angehalten hat das Thema „partizipatives Lernen mit digitalen Medien“ (wieder) anzugehen und (wieder) einen Schritt weiterzudenken (Die Vortragsdokumentation wird hier eingestellt werden).

Nachdem die letzten Wochen in erster Linie vom Start in das neue Semester (inkl. der sehr kurzfristigen Aufnahme von mehr als doppelt so vielen Studierenden wie üblich), anhaltenden Organisationsentwicklungsprozessen im Institut und Vorträgen und Tagungsbesuchen sowie vom „üblichen Unialltag“ geprägt war, ist jetzt wieder Zeit an diesem Thema weiterzuarbeiten, das mich nunmehr seit mehr als 3 Jahren umtreibt. Über Weihnachten will ich unter dem Oberthema einer „partizipativen Mediendidaktik“ dazu eine erste Ausformulierung vornehmen, die auf meinem Vortrag auf dem 5. Magdeburger Theorieforum „Partizipative Medienkulturen“ der Sektion Medienpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) im Juli 2012 basiert. Ausgangslage ist hier die Frage: „Inwiefern bedarf es im Kontext einer partizipativen Medienkultur auch einer partizipativen Mediendidaktik?“

Als Anker für meine Überlegungen gehe ich konzeptionell einerseits von dem „Mitmachpotenzial“ digitaler Medien aus (aktuell vor allem im Zuge der Entwicklungen im Social Web) und von der Idee einer veränderten Lehr- und Lernkultur die die Partizipationsgelegenheiten, -fähigkeiten und -bereitschaft der beteiligten Personen (und Organisationen) verstärkt. Unter dem (Arbeits-)Titel „Partizipative Mediendidaktik“ geht es mir darum, anknüpfend an bestehende Ansätze zur Allgemeinen Didaktik und Mediendidaktik spezifische Überlegungen zu einer Mediendidaktik auszuformulieren und zu differenzieren, die anknüpfend an die zentrale pädagogische Zielsetzung der Partizipation den Beziehungsraum in Verbindung mit Inhalten und Kompetenzen bei der Gestaltung von Lernumgebungen mit digitalen Medien in den Fokus nimmt.

Hierzu werden sicherlich auch die Ergebnisse aus dem Projekt „PaLerMe“ einen Beitrag leisten, dessen finale Auswertung nach einem Stellenwechsel jetzt wieder angegangen werden kann. Über den Fortgang werde ich hier relativ zeitnah berichten.

Thema: Forschung, Ideen & Konzepte, Reflexion, Vortrag | Kommentare (2)