Beiträge vom Mai, 2009

“Medienpädagogisches Manifest” – Keine Bildung ohne Medien!

Mittwoch, 27. Mai 2009 22:46

Das Medienpädagogische Manifest, das nach längerem Aushandlungsprozess von medienpädagogischen Institutionen, der Kommission Medienpädagogik in der DGfE, der GMK, dem JFF sowie dem Hans-Bredow-Institut, gemeinsam auf den Weg gebracht wurde, wurde auf der diesjährigen Frühjahrstagung der Kommission Medienpädagogik in Magdeburg veröffentlicht. Weitere unterstützende Unterschriften werden noch gesammelt (hier).

Dass es zu diesem gemeinsamen Schritt gekommen ist, u.a. eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen zu fordern, ist lobenswert und ein Erfolg. Doch wie es immer bei Papieren ist, die Konsensfähigkeit wiederspiegeln, gibt es Punkte, die gesondert betont und kommentiert werden sollten, wie schon an einigen Stellen geschehen (u.a. Stefan Aufenanger, Gabi Reinmann, Joachim Wedekind).

Ich möchte ebenfalls auf einen Aspekt näher eingehen, der mir in diesem Manifest unverhältnismäßig knapp dargestellt erscheint: das Lehren und Lernen mit (neuen) Medien bzw. mediendidaktische Überlegungen.
Ich erinnere mich noch gut an die Mitgliederversammlung der Kommission Medienpädagogik während der Frühjahrstagung in Dresden 2008, als es in der Diskussion einer älteren Version des Manifests darum ging, ob es nun “Lehren und Lernen mit neuen Medien” und/oder “Mediendidaktik” heißen solle. Explizit übrig geblieben ist in der Endversion davon leider nichts.

Zugleich wird diskutiert, inwiefern der Bereich der Mediendidaktik noch als Teilbereich der Medienpädagogik gelten kann oder auf Grund von Veränderungen vor allem im Feld des hochschulbezogenen eLearnings schon eine eigenständige Richtung darstellt bzw. darstellen sollte (vgl. z.B. Publikationen von Michael Kerres).

Beim Lesen des Manifests habe ich mich daher aus systematischer Perspektive gefragt, ob hier durch das wenig explizite Eingehen auf das Lehren und Lernen mit (neuen) Medien eine Diskussion vorerst implizit beendet bzw. wieder aufs Tableau gebraucht wird: Inwiefern die Bereiche der Mediendidaktik, allgemeiner des Lehren und Lernen mit neuen Medien oder das eLearning noch zur Medienpädagogik gerechnet werden oder zunehmend nicht (mehr)? In diesem Sinne bin ich u.a. gespannt auf die Ergebnisse der Diskussion, die im Rahmen der GMW zu diesem Papier geführt werden, wie von Gabi Reinmann in ihrem Beitrag in Aussicht gestellt, wurde und welche Folgen sich daraus ergeben.

Trotzdem habe ich mich entschieden, dieses Manifest persönlich zu unterstützen, da es wichtige Impulse setzt und ein deutliches Zeichen der sichtbaren Vernetzung medienpädagogischer Aktivitäten im deutschsprachigen Raum darstellt. Ich hoffe insofern auch, dass diesem Papier weitere Initiati

Thema: Community, Reflexion | Kommentare (0) | Autor: mayrberger

… einfach machen!?

Mittwoch, 27. Mai 2009 19:12

… dachte ich mir, nachdem ich mich nach langem bzw. langjährigem Hin und Her dafür entschieden habe, den Wechsel auf eine neue Stelle und damit auch in einen neuen akademischen Abschnitt nun als Anlass zu nehmen, mit einem persönlichen Weblog zu starten. An dieser Stelle möchte ich auch ein herzliches Dankeschön an Rolf Schulmeister und Ralf Appelt richten, mit denen ich mich immer mal wieder in unterschiedlichen Kontexten anregend über den (Un-)Sinn und Zweck (nicht nur) des Bloggens in der und für die Wissenschaft ausgetauscht habe. Überwogen hat letztlich doch die Neugierde auf das “selber tun” und nicht nur drüber reden – aber wenn, dann richtig.

Aber leichter gesagt als getan … Einen Titel für meinen Blog zu finden, der (voraussichtlich) die nächsten Jahre zu mir und zu meinen Schwerpunkten in Forschung & Lehre “passt” und noch nicht anderweitig verwendet wird, war eine kleine Herausforderung.

Das Thema “Blogging” ist mir das erste Mal auf der EdMedia 2004 in Lugano begegnet. Damals konnte ich noch nicht soviel damit anfangen, hatte mir aber kurz nach der Tagung bei “blogger.com” schon mal einen ersten Blog eingerichtet und konnte mit einem “Hello World” aufwarten. Dabei blieb es dann auch fürs Erste. Woran lag das? In meinem Fall u.a. daran, dass zu der Zeit niemand in meinem Umfeld wahrnehmbar bloggte und mir somit ein “anregungsreiches Umfeld” oder gute Vorbilder fehlten.

In den letzten Jahren erfolgte dann begleitet von der stetigen Frage “Passt das überhaupt zu mir?” eine schrittweise Annäherung an das (weltöffentlich) Bloggen bzw. Techniken des “Web 2.0″ – über das Führen von Veranstaltungsweblogs, Erfahrungen im Rahmen eines Institutionenblogs (ZHW-Weblog) bis hin zum Microblogging via Twitter, womit ich zu Beginn dieses Jahres angefangen habe. Ein weiteres ausschlaggebendes Argument zum “… einfach machen im Sinne von 2.0″ lieferte Thomas Häcker in seinem Vortrag und dem vorgelagerten Workshop zum Thema ePortfolio am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg Anfang diesen Jahres, als er sinngemäß hervorhob, dass Lehrende nichts von ihren Lernenden verlangen sollten, was sie nicht selbst erprobt hätten oder tun würden. Warum hat dieser Prozess sich so lange hingezogen? In meinem Fall daran, dass neben dem fachlichen Interesse am Thema “eLearning 2.0″ wohl auch erst eine entsprechende praktische Überzeugung und Bereitschaft herausbilden musste – nach dem Motto “wenn, dann richtig”, was ja angeblich typisch für “uns” sein soll, wenn man den “Zehn Thesen, warum deutsche Blogs nicht funktionieren” Glauben schenkt.

Nun heißt es: Machen und schauen, wie es sich hier entwickeln wird – in inhaltlicher Sicht, wie auch in zeitlicher Perspektive …

Für mich hat dieser Prozess der Annäherung mindestens Zweierlei hervorgebracht: Ich habe jetzt einen persönlichen Weblog und es haben sich Fragestellungen im Kontext von “2.0″ aufgetan, denen ich auf Grund dieser Erfahrungen empirisch nachgehen werde. Darüber werde ich hier u.a. schreiben.

Thema: Forschung, Reflexion | Kommentare (0) | Autor: mayrberger