Eindrücke von der didacta 2013

Die diesjährige didacta (in Köln) bot wieder einmal eine guten Über- und Einblick besonders zu digitalen und analogen Bildungsmedien für den didaktischen und pädagogischen Einsatz in Kindergarten, Schule und Weiterbildung. Mich hat mit Blick auf meine eigenen Arbeitsschwerpunkte natürlich besonders interessiert, welche Tablets unterschiedlicher Anbieter zur Zeit auf dem Markt sind, was an Cloud-Lösungen angeboten wird und wie der Stand in der Entwicklung bei digitalen Lehr- und Lernmaterialien ist. Dabei zeigten die Gespräche bei den drei großen Schulbuchverlagen eindrücklich, dass man sich nun auf den Weg gemacht hat - aber doch jeder in seinem Tempo. Gerade das Gespräch mit einer kompetenten Vertreterin beim K****-Verlag war sehr informativ und zeigte, dass die digitalen Versionen bei paralleler Marktforschung stetig weiterentwicklet werden (sollen), indem die digitalen Versionen der Bücher aktuell kostenfrei zur Erprobung frei gegeben sind. Von einer abwartenden Haltung - wie noch im letzten Jahr - war hier nichts zu spüren; auch die “Nur-PDF-Variante” wird nicht als akzeptable Lösung gesehen, wie es noch bei anderen der Fall zu sein scheint. Darüber hinaus finde ich es immer spannend, die Angebote zur physischen Ausstattung von Lernräumen anzuschauen - innovative Sitzmöbel, Tische und für die jüngeren Bewegungsmöbel - auch das macht eine anregungsreiche und flexible Lernumgebung aus (so man die finanziellen Mittel und die entsprechenden Quadratmeter zur Verfügung hat), die meiner Ansicht nach völlig unterschätzt wird. Ein schönes nicht digitales Fundstück habe ich am Stand der Firma Lego in der Reihe Legoeducation entdeckt das Produkt LEGO® Education BuildToExpress entdeckt. Neben den schon bekannten Möglichkeiten aus Legosteinen Roboter zu bauen und zu programmieren, gibt es nun auch diese “Kreativboxen” mit einer “wilden Mischung” an Legoteilen zur Unterstützung der Artikulationsfähigkeit (für alle die, die nicht so gerne Zeichnen), um beispielsweise nachzubauen, welches Gefühl nach dem Lesen eines bestimmten Textes vorherrscht und später mit Blick auf die Konstruktionen aller darüber zu sprechen. Als “altes Legokind” war ich hier sofort von dieser Alternative der Visualisierung begeistert und habe mir die eine oder andere Idee schon gemerkt, um im nächsten Semester meinen Studierenden den Konstruktivismus handlungsorientierter nahe zu bringen ;-) Es war jedenfalls sehr anregungsreich wie alle Besucher an den Ständen entlang zu schlendern und Altes wie Neues zu entdecken.

Am Mittwoch war ich sozusagen ganz offiziell unterwegs und im Rahmen des Hochschultags zum Thema wissenschaftliches Fehlverhalten in Schule und Hochschule auf dem Podium zum Thema “Abschreiben unerwünscht!” vertreten. Nachdem sich alle Beteiligten relativ schnell darüber einig waren, dass Software zur Plagiatserkennung a) nicht alle Formen der Plagiate erkennen können und b) somit in keinster Weise hinreichend sind, wurde ausgiebig über die Notwendigkeit von Informations- und Medienkompetenz, später dann über eine medienpädagogische Grundbildung für Lernende wie Lehrende gesprochen und schließlich innovative Formen des Lehren und Lernens mit digitalen Medien mit dem Publikum erörtert, die ein plagiieren (weitestgehend) ausschließen können.

Insgesamt war es ein sehr anregender Besuch und zugleich auch ein wenig ernüchternd - alles geht dann doch seinen relativ gemächlichen Gang: Die Interaktiven Whiteboards wurden in einer auffällig enormen Dichte zu Präsentationszwecken genutzt (wozu sie sich ja auch besonders eignen), nach wie vor wurde der Duden als Buch zum Messerabatt sehr nachgefragt (obwohl die App besser ist, wie ich persönlich finde) und digitale wie analoge Medien haben ihren Platz in den  Bildungseinrichtungen der unterschiedlichen Alltagsstufen – und das ist auch gut so ;-). Denn ein weiterer Eindruck, der für mich geblieben ist, ist der von zahlreichen Lehrer-/innen und Pädagog/-innen, die auf der Messe unterwegs waren, um für “ihre Kinder” neueste Schulbücher, Handreichungen, Hocker oder auch Bastelmaterial günstig zu erwerben, in ihren praktischen Koffern zu sammeln und nach Hause zu bringen – bleibt die Hoffnung, dass diese Dinge ihren Platz in einem innovativen pädagogischen und didaktischem Setting finden … in dem digitale Medien eine sinnvolle Erweiterung darstellen können ;-)

Tags »

Autor: mayrberger
Datum: Sonntag, 24. Februar 2013 15:06
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Ein Kommentar

  1. 1

    [...] Revolution des Lehrens und Lernens. Die Schneeschmelze bringt auf den Aspekt OER mit herein. Auch M:Blog und Bildungssystem setzen sich mit der Kölner Messer [...]

Kommentar abgeben