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Nachgang zur Tagung “Kreide war gestern – Neue Medien verändern Schule?!”

Samstag, 19. Februar 2011 11:28

Die letzten beiden Tage standen ganz im Zeichen des Einsatzes von digitalen Medien in Schule und Unterricht und den Chancen und auch Herausforderungen, die damit einhergehen (können). Ich selbst habe mit diesem überblickenden “Impuls” zum veränderten Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Schule zur Tagung “Kreide war gestern – Neue Medien verändern Schule?!” beigetragen:

Ein für mich sehr inspirierender Workshop, den ich besucht habe, war “iPad-Klasse im Einsatz! Wie ein Gerät unterrichtliche Prozesse verändert“. Hier gab es eine motivierenden Einblick, in das was in Schule (auch “nur” als Pilotversuch) aus medienpädagogischer Sicht möglich sein kann, wenn man will, gute Ideen hat und über medienpädagogische Kompetenz verfügt, um ein “rundes” Konzept auf die Beine zu stellen, das “guten” Unterricht mit digitalen Medien realisieren lässt. Besonders gefallen hat mir hierbei, dass auch zwei Schüler mit dabei waren und den Entstehungsprozess einer selbst programmierten App der “App-AG” der BBS (mit Stolz) selbst präsentiert haben und später als kompetente Ansprechpartner beim “Hands-on” dabei waren.

Insgesamt wurde mir aber auch auf dieser Veranstaltung (wieder einmal) deutlich, dass natürlich nach wie vor eine überzogene Technikzentrierung und Euphorie für das Neue (Spielzeug ;-) ) mit Blick auf die nachhaltige Veränderung von Lehr- und Lernprozessen nicht zielführend ist, ebenso wie das Ignorieren der Herausforderungen und Problemen, die mit der vermehrten Nutzung des Internets im Schulkontext auftreten können (nicht zwangsläufig auch müssen, wie andere gute Konzepte wiederum zeigen).

Doch - und das zeigen solche Fortbildungen/Tagungen mir auch immer wieder - “wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” Und so braucht es immer wieder diejenigen “Innovators” und “Early Adopter” die mit Neugierde voran schreiten und auch trotz des häufigen Mehraufwands Spaß daran haben, die Möglichkeiten neuer Technologien für das Lehren und Lernen zu erkunden und auszuloten und ihre Erfahrungen auch kund zu tun. Es gilt letztlich gerade für Lehrer/innen eine zeitgemäße (professionelle) Position zwischen Technologieeuphorie und rein bewahrpädagogischem Bedenken zu finden – wie schon seit Beginn der Diskussion um den Einsatz von Computern im Unterricht. Und hier bedarf es m.E. in allen Phasen der Lehrer/innenbildung eine Beschäftigung mit dieser Thematik um zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lehrpersönlichkeit mit Bezug auf digitale Medien stetig beizutragen. Denn letztlich kann es für alle Lehrer/innen nur darum gehen, gemeinsam mit den Schüler/innen einen möglichst “guten Unterricht” zu gestalten – und dazu können digitale Medien sinnvoll eingesetzt ihren Beitrag leisten.

Was es nun braucht, sind (weitere) empirische Arbeiten, die die vorliegenden Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis und Ergebnisse sowie erkennbare Tendenzen aus Evaluationsstudien differenziert anschauen und damit die  unterschiedlichen Annahmen in der bestehenden Diskussion schlicht prüfen.

Es gibt viel zu tun …

Thema: Community, Forschung, Position, Praxis, Veranstaltung, Vortrag | Kommentare (0) | Autor: mayrberger

eAssessment – Rückblick auf den GMW-Workshop 2009

Montag, 22. Juni 2009 18:01

Der diesjährige Expertinnenworkshop der GMW zum Thema “eAssessment” wurde letzte Woche vom E-Learning Center (ELC) der Universität Zürich  ausgerichtet. Und ja, es handelte  sich in der Tat um einen Workshop, der nicht ausschließlich dem Konzept der Referate folgt, wie man es sonst häufig unter dem Label “Workshop” in der Wissenschaft erlebt, sondern Beteiligung fördert und in wesentlichen Phasen von ihr lebte.

Neben kurzen Referaten zu summativen wie formativen Konzepten und Projekterfahrungen zum Thema eAssessment im akademischen Kontext (vgl. Programm) boten das “Learning Café” als Variante und die interaktive Postersession genügend Gelegenheiten ausführlicher miteinander ins Gespräch zu kommen und den eigenen Interessen zu folgen. Ich hoffe, dass weitere “klassische” Veranstaltungsformate den Schritt hin zur (phasenweisen) Öffnung für mehr Beteiligung der Teilnehmenden gehen werden.

Thematisch war es für mich einerseits spannend zu erfahren, wo Projekte sehr aktiver Institutionen in diesem Bereich, wie z.B. das CeDis oder das ZMML, heute stehen - auch mit Blick auf den Ende 2007 im Rahmen von KoOP veranstalten Workshop zum “Computerunterstützten Prüfen”. Weiter nachdenken werde ich sich über das Plädoyer von Nicolas Apostolopoulos, unter bestimmten Bedingungen für das eAssessment auf die eigenen Laptops der Studierenden zu setzen. In diesem Kontext werden auch die ersten (nicht nur technischen) Erfahrungen der Universität Paderborn interessant sein, die alle Studienanfängerinnen und -anfänger im Wintersemester 2009/2010 mit Netbooks ausstattet. Ich finde diese Perspektive vor allem im Kontext formativer Prozesse des eAssessment zukunftsweisend.
Ebenfalls anregend war für mich der Beitrag von Tobias Zimmermann und Karen-Lynn Bucher, die über ihre Erfahrungen mit Online-Diskussionen als Leistungsnachweise in einer Vorlesung mit über 200 Studierenden berichteten – anregend deshalb, weil ich einige Punkte gut nachvollziehen konnte, andere unter anderen Rahmenbedingungen anders machen würde. In jedem Fall hat dieser Beitrag noch einmal exemplarisch für andere Erfahrungen dieser Art daran erinnert, dass man grundsätzlich auch auch in Vorlesungen auf formatives eAssessment von Einzelleistungen setzen kann.
Abgerundet hat den Workshop das Abendessen im “UniTurm” mit beeindruckender Aussicht auf Zürich und Umgebung.

Nachtrag [06.07.09]: Alle Videoaufzeichnungen, Folien und Poster stehen nun auf der Website des E-Learning Centers zum Download bereit.

Thema: Ideen & Konzepte, Veranstaltung | Kommentare (0) | Autor: mayrberger