Tag-Archiv für » Neues «

Tablets im Studium - Lernen mit mobilen Endgeräten?

Mittwoch, 13. Februar 2013 16:42

Ein stetiger (Forschungs-)Begleiter an der Professur für Mediendidaktik ist das Projekt „UniPAd“ geworden. Mittlerweile läuft es ein Jahr und entwickelt sich zu einer kleineren Langzeitstudie – so die aktuellen Teilnehmenden bis zum Ende ihres Studiums dabei bleiben können und wollen. Ein kurzer Bericht (PDF) dazu ist kürzlich im Hamburger E-Learning-Magazin zusammen mit anderen Beiträgen, die einen guten Einblick in aktuelle Ideen und Projekte zur Integration mobiler Endgeräte in Hochschule geben, erschienen.

Basierend auf den ersten Nutzungsergebnissen aus der Pilotphase im SoSe 2012 haben wir für das gerade auslaufende WiSe 12/13 eine standardisierte schrifliche Grundbefragung zum Nutzungsverhalten entwickelt und vor Weihnachten mit den gut 40 Teilnehmenden in den beiden Studiengängen BA und MA Medien und Kommunikation durchgeführt. Ziel soll es sein, diese semesterweise durchzuführen und in Teilen weiter zu entwickeln. Ergänzt wird diese Umfrage (weiterhin) durch Erhebungsmethoden, die der Exploration einzelner Phänomene dienen sollen und die uns einen Zugang zur persönlichen Lernumgebung von Studierenden mit mobilen Endgeräten ermöglichen sollen. Zudem wollen wir auf diese Weise weiterer Felder identifzieren, die es sich zu erfragen und zu erforschen lohnt.

Zur Zeit sind wir dabei, den Projektstand und unsere Forschungsinteressen zusammenzuführen und zu konsolidieren. Dieses ist deshalb wichtig, weil die bisherigen Daten stellenweise durchaus ernüchternd sind, was die Gestalt und Nutzung der Persönlichen Lernumgebung angeht. (Nicht nur) Mit Blick auf die diesjährige GMW 2013, die passenderweise nach nach dem Stand der Dinge von E-Learning zwischen Vision und Alltag fragt, entwickeln wir zur Zeit unsere Fragestellung und auch das methodische Vorgehen weiter um diese Ernüchterung zu spezifizieren. Uns interessieren deshalb weitergehende Fragen wie die Folgenden:

  • Wie lassen sich Intentionen, Begründungen und Reflexion über (häufig beiläufige) Prozesse eines selbstgesteuerten Lernens und potenziell selbstorganisierten Wissenserwerbs erfassen?
  • Inwiefern ist die Persönliche Lernumgebung (PLE) an eigene Gestaltungsvorstellungen ausgerichtet, die möglicherweise als subjektive Didaktik bezeichnet werden könnten?
  • Und welche Rolle spielen für die Gestaltung und die Prozesse in der PLE das persönliche Interesse, die Interaktion und der Austausch mit Peers, der Kontext  und besonders die verwendeten (mobilen) Medien mit der passenden (Social) Software?

Gerahmt werden unsere Forschungsperspektiven nach wie vor von einer übergeordenten Idee der zunehmenden Entgrenzung von formalen Lernprozessen und welche Bedeutung diese für die Gestaltung von Lehren und Lernen mit digitalen Medien spielen (werden).

Wir hoffen, dass wir im Laufe des Jahres auf diese Fragen erste Antworten liefern können und schauen bis dahin auch interessiert auf die Erfahrungen in anderen Projekten.

Thema: Forschung | Kommentare (0) | Autor: mayrberger

Nachgang zur Tagung “Kreide war gestern – Neue Medien verändern Schule?!”

Samstag, 19. Februar 2011 11:28

Die letzten beiden Tage standen ganz im Zeichen des Einsatzes von digitalen Medien in Schule und Unterricht und den Chancen und auch Herausforderungen, die damit einhergehen (können). Ich selbst habe mit diesem überblickenden “Impuls” zum veränderten Lehren und Lernen mit digitalen Medien in der Schule zur Tagung “Kreide war gestern – Neue Medien verändern Schule?!” beigetragen:

Ein für mich sehr inspirierender Workshop, den ich besucht habe, war “iPad-Klasse im Einsatz! Wie ein Gerät unterrichtliche Prozesse verändert“. Hier gab es eine motivierenden Einblick, in das was in Schule (auch “nur” als Pilotversuch) aus medienpädagogischer Sicht möglich sein kann, wenn man will, gute Ideen hat und über medienpädagogische Kompetenz verfügt, um ein “rundes” Konzept auf die Beine zu stellen, das “guten” Unterricht mit digitalen Medien realisieren lässt. Besonders gefallen hat mir hierbei, dass auch zwei Schüler mit dabei waren und den Entstehungsprozess einer selbst programmierten App der “App-AG” der BBS (mit Stolz) selbst präsentiert haben und später als kompetente Ansprechpartner beim “Hands-on” dabei waren.

Insgesamt wurde mir aber auch auf dieser Veranstaltung (wieder einmal) deutlich, dass natürlich nach wie vor eine überzogene Technikzentrierung und Euphorie für das Neue (Spielzeug ;-) ) mit Blick auf die nachhaltige Veränderung von Lehr- und Lernprozessen nicht zielführend ist, ebenso wie das Ignorieren der Herausforderungen und Problemen, die mit der vermehrten Nutzung des Internets im Schulkontext auftreten können (nicht zwangsläufig auch müssen, wie andere gute Konzepte wiederum zeigen).

Doch - und das zeigen solche Fortbildungen/Tagungen mir auch immer wieder - “wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” Und so braucht es immer wieder diejenigen “Innovators” und “Early Adopter” die mit Neugierde voran schreiten und auch trotz des häufigen Mehraufwands Spaß daran haben, die Möglichkeiten neuer Technologien für das Lehren und Lernen zu erkunden und auszuloten und ihre Erfahrungen auch kund zu tun. Es gilt letztlich gerade für Lehrer/innen eine zeitgemäße (professionelle) Position zwischen Technologieeuphorie und rein bewahrpädagogischem Bedenken zu finden – wie schon seit Beginn der Diskussion um den Einsatz von Computern im Unterricht. Und hier bedarf es m.E. in allen Phasen der Lehrer/innenbildung eine Beschäftigung mit dieser Thematik um zur Auseinandersetzung mit der eigenen Lehrpersönlichkeit mit Bezug auf digitale Medien stetig beizutragen. Denn letztlich kann es für alle Lehrer/innen nur darum gehen, gemeinsam mit den Schüler/innen einen möglichst “guten Unterricht” zu gestalten – und dazu können digitale Medien sinnvoll eingesetzt ihren Beitrag leisten.

Was es nun braucht, sind (weitere) empirische Arbeiten, die die vorliegenden Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis und Ergebnisse sowie erkennbare Tendenzen aus Evaluationsstudien differenziert anschauen und damit die  unterschiedlichen Annahmen in der bestehenden Diskussion schlicht prüfen.

Es gibt viel zu tun …

Thema: Community, Forschung, Position, Praxis, Veranstaltung, Vortrag | Kommentare (0) | Autor: mayrberger

EduCamp 2010 in Hamburg

Samstag, 6. Februar 2010 19:37


EduCamp Hamburg :: 5./6. Februar 2010.

Rückblick auf mein erstes EduCamp …

Zum EduCamp an der Universität Hamburg - einer “Unkonferenz” im Sinne eines BarCamps - bin ich mit vielerlei Erwartungen gegangen: Ich war in erster Linie neugierig darauf, das Veranstaltungsformat mitzuerleben – quasi als Paradebeispiel einer “partizipatorischen Lernumgebung”. Darüber hinaus war ich neugierig darauf, wer die anderen Teilnehmenden sein würden, die ich hier zum Themenfeld “Bildung, Medien, Partizipation” treffen würde. Einige der inhaltlichen Angebote waren schon im Vorfeld auf der educamp-mixxt-Plattform ankündigt worden, die restlichen Angebote wurden zu Beginn des ersten Tags offenbart.

Nach nun zwei Tagen EduCamp, die wie im Fluge vergangen sind und bei mir viele Eindrücke hinterlassen haben, will ich ein kleines Fazit ziehen (auch im Vergleich zu bisherigen Konferenzen, an denen ich teil genommen habe): Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen.

Das Format eines EduCamps finde ich eine interessante Alternative zu “klassischen” Konferenzen. Es war eine gute Erfahrung, in die unterschiedlichen Diskussionen “einzutauchen” und so unterschiedliche Menschen mit ihren Perspektiven und Interessen kennen zu lernen. Die kurzen Zeittakte boten die Möglichkeit, in der Regel alle 60 Minuten in ein neues Themenfeld einzusteigen und quasi durch die unterschiedlichen Inhalte und Diskussionen “zu zappen” (hier die Themen vom Freitag und Samstag). Dass inhaltlich (fast) alles möglich ist und der Themenvielfalt (fast) keine Grenzen gesetzt sind, fand ich sehr erfrischend.

Zugleich hatte ich aber auch den Eindruck, dass, wie bei Vorträgen auf herkömmlichen Tagungen auch, vor allem diejenigen von einer Session etwas haben, die sie anbieten und konkrete Fragen mitbringen. Mir ist  im Nachhinein nicht klar, wieviel Struktur und Vorplanung eine Session auf einem BarCamp “haben darf”, um dem partizipatorischen Grundgedanken nicht entgegen zu wirken.

So waren auch die beiden Sessions recht spontan, die ich am Samstag mit angeboten habe: Einmal zusammen mit Christina Schwalbe, Christian Beermann und Sebastian Plönges zum “Paradox ePortfolio” (>Doku) und einmal zusammen mit Benjamin Jörissen zum medienpädagogischen Manifest “Keine Bildung ohne Medien!”. Auch hier war mein Eindruck, dass wir als Initiatoren der jeweiligen Session eben sehr viel mitgenommen haben und ich ein wenig schlechtes Gewissen hatte, für meine Ansprüche so wenig vorbereitet zu sein. Ich hoffe, die Teilnehmenden waren einigermaßen zufrieden – in jedem Fall herzlichen Dank für die facettenreichen Diskussionen!

Andererseits stößt mich auch gerade dieser Gedanke auf die (durchaus selbstkritische) Frage, inwiefern wir heute schon dermaßen vom “Effizienz”-Gedanken geprägt sind (bzw. sein müssen), so dass es mitunter schwer fällt, sich in so einem Rahmen “nur” um des Austauschs willen und ohne konkrete Zielsetzung zusammen zu finden und sich dafür Zeit zu nehmen. Oder schließt sich eine gewisse Struktur und Planung durch die Moderation oder den/die Session-Anbieter/in mit dem Selbstverständnis der EduCamper aus? Bei meinem nächsten EduCamp würde ich wahrscheinlich ein wenig mehr vorbereiten, um thematisch auch in kurzer Zeit tiefer vordringen zu können – ich kann halt nicht so richtig aus meiner (noch habitualisierten) Haut ;-)

Im Grunde läge für mich das ideale Veranstaltungsformat wie folgt aus: Eine Veranstaltung, die einerseits  Räume für den Austausch und für das gemeinsame (Weiter-)Denken bietet, zugleich aber Anregungen durch geladene Inputs, wie z.B. die sehr anregende Podiumsdiskussion nach dem Fish-Bowl-Prinzip auf dem EduCamp (>Doku) oder Keynotes, bereit hält. Organisatorische Prozesse werden abkürzt, indem Strukturen und Inhalte im Vorfeld nach zuvor festgelegten und öffentlich kommunizierten Kriterien ausgewählt werden (also im Sinne eines herkömmlichen Tagungsprogramms), zusätzlich aber Slots für spontane Diskussionsanlässe bereit gehalten werden (ich denke da z.B. an die GMW 2009 in Berlin, als der Begriff eLearning stark zum Schluss eines Vortrags und während und nach der Tagung diskutiert wurde – das hätte eine wunderbare spontane Session auf sicherlich hohem Diskursniveau ergeben).

Was mir sehr positiv an diesem Format auffiel ist, dass die vielfältigen Möglichkeiten wechseln zu können, dann auch dazu führen, viele neue Kontakte zu knüpfen und vor allem die Menschen zu den Twitter-Accounts kennenzulernen. Auch war einfach viel Zeit da, mich mal wieder Face-to-Face mit (ehemaligen) KollegInnen und Studierenden auszutauschen ;-).

Freitag früh habe ich noch überlegt, ob mein überfüllter Schreibtisch und nahende Deadlines es zulassen, dass ich mir den “Luxus” von zwei Tagen EduCamp “gönnen” kann. Ich bin froh, dass ich mir die Zeit für den Austausch genommen habe!

[08.02.2010]: Hier findet sich die gesammelte Nachlese zum Educamp und hier finden sich schöne Impressionen zum EduCamp von adesigna.

Thema: Reflexion, Veranstaltung | Kommentare (9) | Autor: mayrberger